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Kunstmerkmale bis 1945
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Übersicht: Gelehrte und Künstler
Ernst Chr. Neumann
Pathologe, Hämatologe
Franz E. Neumann
Physiker, Mineraloge
Karl G. Hagen
Universalgelehrter, Pharmazeut
Friedrich-L. Hagen
einschl. Hagen-Stammbaum
Hofapotheker ab Heinrich H.
Ernst August Hagen
Kunstgeschichte
Gotthilf Hagen
Wasserbaudirektor
Friedrich W. Bessel
Astronom, Mathematiker
Rudolph Koenig
Physikal. Feinmechaniker
Carl Neumann

Mathematiker
Luise Neumann
Portraitmalerin Schriftstellerin
Ernst Rich. Neumann
Mathematiker
Julius v. Neumann
Helene Neumann
Graphikerin Kunstakademie

1. G.:Friedrich L. Hagen (1759 - 1845),
K.G. Hagen (1749 - 1829) Carl D. Reusch (1735-1806)
 
2. G.:Gotthilf Hagen (1797 - 1884)       
Franz Neumann (1798-1895), Friedrich W. Bessel (1784 - 1846),
Ernst August Hagen (1797-1880) und Bruder Carl Hagen (1785 - 1856),  
 
3. G.:
Luise N. (1837 - 1934),             Ernst Chr. Neumann (1834 - 1918), Julius N. (1835-1910) Carl N. (1832 - 1925) und Ernst Neumanns Schwager Rudolph Koenig
 
4. G.: Helene Neumann (1874 - 1942),
Ernst R. Neumann (1875 - 1955), letzter Universitätsgelehrter
 
5. - 8. G.: Nachfahren
 
 
 
Die blau markierten Personen stehen in direkter Erbfolge.
Beispiel: Ernst Christian Neumann ist der Enkel von Karl Gottfried Hagen
Verehrte Leser, dies ist die Übersichtsseite für den Abschnitt
Gelehrte der Albertus Universität Königsberg
 
Es werden 4 Generationen beleuchtet, ausgehend von K. G. Hagen
Johann Amsel, Johann G. Teske, Friedrich Rabe
Carl Daniel Reusch
Erläuterung:
Die Namen sind nach Generationen geordnet, wobei die 1. Generation von K.G. Hagen ausgeht.
 
V. G.: Vorfahren von  K.G. Hagen, sämtl. Professsoren der Albertina:
     Joh. Amsel (1665 - 1732), Friedrich Rabe (1695 - 1732), J.G.Teske (1704 - 1772)
Hofapotheke
Carl Hagen
Nationalökonom
Leben:
 
Der älteste Sohn des Königsberger Physikers und Mineralogen Franz Neumann und Neffe von Friedrich Wilhelm Bessel studierte in Königsberg bei seinem Vater Franz Ernst Neumann und bei F.J. Richelot. Er besuchte das bekannte Mathematisch-Physikalische Seminar, das 1834 von seinem Vater und C.G. Jacobi in Königsberg gegründet wurde. Er promovierte 1856 in Königsberg  und habilitierte sich 1858 zum Privatdozenten in Halle, wo er 1863 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. Nach Erlangung der ordentlichen Professur 1863 in Basel, wechselte er 1865 nach Tübingen über und wurde schließlich 1868 nach Leipzig berufen. Hier war er 42 Jahre tätig.  Carl Neumann heiratete am 7.4.1864 in der St. Matthäus-Kirche zu Berlin Mathilde Hermine Elise Klose, Tochter des Geheimen Registrators Herrn Heinrich Theodor Klose. Die Ehe blieb kinderlos.
 
Carl Neumann nimmt noch heute einen Platz unter den namhaften Mathematikern des 19. Jahrhunderts ein. Belegbar ist dies durch die neueste Veröffentlichung von Karl-Heinz Schlote: Zur Entwicklung der mathematischen Physik in Leipzig (I) –Der Beginn der Neumannschen Ära (N.T.M. 9 (2001) 229 -245). Neumann starb am 27.3.1925 und wurde auf dem Johannesfriedhof in Leipzig begraben.
 

 
Wissenschaftliches Werk
 
Carl Neumann begründete 1868 zusammen mit R.F.A. Clebsch die „Mathematischen Annalen“.  Sein Name ist verbunden mit der „Methode des Arithmetischen Mittels“ und der „Theorie der Bessel- und Kugelfunktionen“ Im Bereich der Mathematischen  Physik schrieb er Aufsätze insbes. zur  analytischen Mechanik  und zur Potentialtheorie. Er führte das logarithmische Potential ein.  Das Neumannsche Potential behandelt im weiteren Sinne das zweite Randwertproblem für eine partielle Differentialgleichung 2. Ordnung vom elliptischen Typ; im engeren Sinne die zweite Randwertaufgabe der Potentialtheorie, d.h. die Aufgabe, in einem Gebiet G des Raumes eine Potentialfunktion zu finden, deren Normalableitung auf dem Rand von G. vorgegebene Werte annimmt; diese sog. Neumannsche Funktion ist eine Greensche Funktion der Laplace- und Poisson-Gleichung (aus Meyers Lexikon 1976, Band 17, S. 120).  
 
Neben der Veröffentlichung dieser Vielzahl von mathematischen und mathematisch- physikalischen Abhandlungen gab er einige Bücher heraus. Hierbei sind, aus mathematischem Blickwinkel heraus, seine Arbeiten über die Umkehrung der Abelschen Integrale von weiterer besonderer Bedeutung. Mathematisch-physikalisch erklärte er auch die Ablenkung der Polarisationsebene des Lichtes durch elektrische und magnetische Kräfte. In der Physik hielt er zeitlebens an der Newtonschen  Fernwirkungstheorie fest. Für die Elektrizitäts- und Wärmeverteilung in einem Ringe löste er die Probleme mittels Einführung neuer Koordinaten in schwierige Gleichungen. Weiterhin klärte er seinerzeit unbekannte Fragen über den stationären Temperaturzustand in einem homogenen Körper.
 
Auszeichnungen
 
Seine Tätigkeit veranlasste die Philosophische Fakultät Königsberg, ihm im Jahre 1906, 1916 und 1922 zu ehren: Eine mit goldenem Siegel der Albertus-Universität versehene blaue Festschrift findet sich im Familienarchiv der Franz-Neumann-Stiftung in Berlin (www.gelehrtenfamilie-koenigsberg.de)
 
Mehrfach wurde er ausgezeichnet: Er erhielt 1897den Orden Pour le Mérite und den Bayrischen Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst. Zahlreiche Gesellschaften und Akademien der Wissenschaften des In- und Auslandes zählten ihn zu ihren Mitgliedern. Als die Universität Leipzig  1909 ihr 500-jähriges Bestehen feierte, wurde Neumann als ihr damaliger Senior zum Geheimen Rat ernannt.
 

 
Literatur: über  Carl Neumann
 
1. Hölder, O. Carl Neumann – Nachruf vom 14.11.1925 in der öffentlichen Sitzung der Mathematisch-Physischen Klasse der sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig LXXXVII. Band – hier: Sonderdruck mit dem Verzeichnis der 176 Veröffentlichungen Carl Neumanns
2. Schlote, K.H.: Zur Entwicklung der mathematischen Physik in Leipzig (I) – Der Beginn der Neumannschen Ära. N.T.M. 9 (2001) S. 229 – 245
3. Neumann-Redlin von Meding: Carl Gottfried Neumann, Zum 175. Geburtstag des Leipziger Mathematikers. Königsberger Bürgerbrief Nr. 70 (2007)
4. Neumann-Redlin von Meding, E.: Carl Gottfried Neumann, www.gelehrtenfamilie- koenigsberg.de/carl-neu.html
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