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Gelehrten-Familie
Karl G. Hagen
Universalgelehrter, Pharmazeut
Karl Gottfried Hagen, Chemiker Königsberg
1749 - 1829

Mitbegründer der Wissenschaftlichen Pharmazie in Preußen/Deutschland
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Lebensdaten

K.G. Hagen, geb. am 24.12.1749 in Königsberg,  ist der Sohn des Hofapothekers Heinrich Hagen (1709-1772) (siehe Überblick). Er musste 1769 das  Medizinstudium abbrechen und wurde zunächst Pharmazeut, um die Hofapotheke nach dem Tode des  Vaters zu übernehmen.
Durch Vermittlung Immanuel Kants nahm er 1773 Vorlesungen an der Albertina auf und promovierte hier 1775. Bereits in diesem Jahr stellte er der Universität seine Hofapotheke als erstes experimentelles pharmazeutisch- chemisches Laboratorium für Forschung und Lehre zur Verfügung (Abb. auf der Seite Hofapotheke). 1788 zum ordentlichen Professor an der Medizinischen Fakultät ernannt, wurde er mit der Unterrichtung der Fächer Chemie, Physik, Botanik, Mineralogie und Zoologie beauftragt. Durch seine international bekannt gewordenen Bücher  "Lehrbuch der Apothekerkunst", "Grundriß der Experimentalpharmazie", und  "Grundriß der Experimentalchemie" gilt Hagen als der namhafteste Begründer der wissenschaftlichen Pharmazie in Deutschland.
 
Auf seine Initiative erhielt die Universität 1811 einen Botanischen Garten. Er war mit I.Kant befreundet und unterrichtete die königlichen Prinzen Friedrich Wilheln und Wilhelm in seiner Hofapotheke, während ihres Königsberger Aufenthaltes 1808/1809.
 
Karl G. Hagen war verheiratet mit Johanna Marie geb. Rabe (1764 - 1829), deren Großvater Prof. Dr. rer.nat.  Friedrich Rabe (1695 - 1761)  war (siehe Seite: Übersicht/ Vorfahren Bessel-Hagen-Neumann).
Er gehörte der Kant´schen Tischgesellschaft an. Wie aus neuesten Veröffentlichungen erkenntlich, kam I. Kant und K.G. Hagen die Rolle als Vordenker der von Humboldt´schen Bildungsreform zu. Hierbei übergab Hagen seine Unterrichtsfächer an junge Gelehrte, u.a. an Friedrich Wilhelm Bessel, Mathematiker und Astronom, und Franz Ernst Neumann, Physiker. Beide  gründeten an der Königsberger Universität jeweils ein Zentrum für Astronomie und für Mathematischen Physik.

Seine letzte Ruhestätte erhielt Hagen auf dem Altstädtischen Friedhof. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Kant und seine Tischgenossen - Darstellung im Museum Stadt Königsberg,
Duisburg, in Anlehnung an die bekannte Zeichnung Doerstlings.
K.G. Hagen sitzt ganz rechts
.
            Vorlesungen für den
                Kronprinzen. Manuskript im
                                                       Archiv der F.-Neumann-Siftung
Eine bessere Darstellung des Reliefs findet sich als Muster von Frau Badmajewa auf der Seite Archiv der K.G. Hagen unter Franz- Neumann-Stiftung.
Feierlichkeiten: 
1. Seminar 05.06.1999 in Kaliningrad/Königsberg zu Ehren des 250. Geburtstages von K.G. Hagen  

2. Im Herbst 1999 fand im "Museum Stadt Königsberg" Duisburg eine Ausstellung mit Vortrag statt.
 
3. Im Rahmen der 750-Jahrfeier der Stadt Königsberg wurde Karl Gottfried Hagen eine große Ehre zuteil, da er ein Schüler und Freund Immanuel Kants war und die von W. v.Humboldt initiierte Bildungsreform von Königsberg aus umsetzte. Innerhalb der Feierstunde wurde ein großes Bronzerelief, das den Kopf K.G. Hagens darstellt, im Foyer der Universität (1. Stock) enthüllt, gefertigt von der Bildhauerin Olga Badmajewa aus Pensa/ Russland (Abb. siehe unten).
 
Dieses Relief ersetzt die Sandstein-Scudelle, die früher am Hause angebracht war (s.u.bei Ehrungen).
 
Somit werden nun in Kaliningrad neben I. Kant auch die Naturwissenschaftler F.W.Bessel (Steinplatte bei der ehemaligen Sternwarte, Denkmal vor der Schule Nr. 23 und als Büste im Mathematischen Institut),  Franz Neumann (Bronze-Relief ebenfalls im Foyer gegenüber dem neuen K.G. Hagen-Relief, Büste im Mathematischen Institut), A.F. Schweigger (Gedenkstein im alten Botanischen Garten) und jetzt K.G. Hagen geehrt.
 
 
 
 
Auf der Abbildung sehen Sie die 3 Vorsitzenden der Stadtgemeinschaft Königsberg als Stifter des im Foyer des Universitätsgebäudes neu errichteten Reliefs, L.Grimoni, Klaus Weigelt und E.Neumann-R.von Meding, sowie Frau Dr. Nadezda Ermakowa von der Universität Kaliningrad und Dirk Hagen, Berlin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Medaille der Hagen-Bucholz-Stiftung,
Archiv der Franz Neumann-Stifung
 
 
Ehrungen:
1800 wurde K.G. Hagen „Wirklicher Geheimer Rath" und bekam 1825, in Verbindung mit seinem 50.Doktorjubiläum, den Adlerorden 2.Klasse mit Eichenlaub.
Zum gleichen Anlaß ließen die Apotheker des ganzen Königreichs eine Silbermedaille nach einem Wachsmodell Wichmanns in der Berliner Prägeanstalt fertigen (Trunz, S. 528), und die Universität Königsberg ließ in Verbindung mit den Apothekern der Provinz Preußen eine Marmorbüste von Prof. F.K. Wichmann anfertigen.
Schließlich wurde Hagen dadurch geehrt, dass eine ihn darstellende Scudelle neben der von Burdach an der Stirnseite des Stüler´schen Universitätsgebäudes angebracht wurde.
Der "Pharmazeutische Verein im nördlichen Teutschland" bschloss auf der Versammlung der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte vom Sept. 1828 in Berlin, die 1822 gegründete Bucholz-Stiftung in Hagen Buchollz-Stiftung umzubenennen.
 
 
Eine ostafrikanische Stammpflanze der arzneilich verwendeten Cosoblüten erhielt den Namen „Hagenia abessynica. Weiter existiert die Bezeichnung „Galeopsis Hagenii und in der Zoologie führte K.E. von Baer die Bezeichnung „Mytilus Hagenii für eine Muschel ein (Matthes 1928, S.1041).
Ihm zu Ehren wurde die Hagen-Bucholz-Stiftung im Jahre seines Todes (1829) gegründet. Hagen starb am 02.03.1829 in Königsberg. Seine letzte Ruhestätte erhielt er auf dem Altstädtischen Friedhof in Königsberg.

 
Literatur:
Wimmer, A.: Kant und die Pharmazie. Süddeutsche Apotheker-Zeitg Jg.89/16 (1949) 263-265
Schmitz, R.: Die Deutschen Pharmazeutisch-Chemischen Hochschulinstitute. C.H.Boehringer u.Sohn,   Ingelheim 1969
Hagen´sche Familien-Chronik: Hagen,S.: Dreihundert Jahre Hagen'sche Familiengeschichte. Familienchronik Selbstverlag 2 Bd., 1938 (div. Bibliotheken)
Valentin, H. (1928): Bedeutende Ostpreußische Apotheker vergangener Zeiten. Pharmazeutische Zeitung Jg.73 Nr.69 (1928) 1053-1055
Hagen, E.A.: Der Medizinalrath Dr. Hagen. Eine Gedächtnisschrift zu seinem hundertsten Geburtstag am 24.Dez. 1849 Dalkowski Königsberg Vorwort: Dulk, F.Ph.: Über die wissenschaftliche Bedeutung K.G. Hagens
Trunz, H.: Apotheker und Apotheken in Ost- und Westpreußen 1397-1945 Quellen, Materialien, Sammlungen Verein für Familienforschung in Ost- und Westpreußen, Selbstverlag Band I, Nr.5,Hamburg 1992 und Band II, Nr.5/2 1996
Neumann-Redlin von Meding, E.: 250 Jahre: Karl-Gottfried Hagen. Ausstellung im Museum Stadt Königsberg zum 250. Geburtstag. Abdruck des Vortrags am 5.11.99 Königsberger Bürgerbrief. 53 (1999). S.86- 90.
Neumann-Redlin von Meding, E.: K.G. Hagen und die Königsberger Schule der wissenschaftlichen Pharmazie; Ostdeutsche Gedenktage, Kulturstiftung für Persönlichkeiten und besondere Ereignisse, Bonn 1998 Neumann-Redlin von Meding, E.; von Meding, J.: Karl Gottfried Hagen und die wissenschaftliche Pharmazie an der Albertus-Universität in Königsberg/Preußen Gesch. der Pharmazie; DAZ-Beilage; Jg.51(1999) 53-59
Neumann-Redlin von Meding, E.: Immanuel Kant und der Naturwissenschaftler Karl Gottfried Hagen. In: Preußenland. Mitteilugnen der Historischen Kommission für Ost- und Westpreußische Landesforschung und aus den Archiven der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Jahrg. 42, Nr. 2 (2004) S. 40  57
Ermakowa, N.: K.G. Hagen und die Königsberger Universität. Materialien des internationalen wissenschaftlichen
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Scherzbecher (Weinüberlauf) aus der Zeit der Kant´schen Tischgesellschaft. Nachlass K.G.Hagens - vergl. Archiv Franz-Neumann-Stiftung K.G.Hagen
Stammbaum der Familie Hagen
Grundlage für Tafel im Kant-Museum
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