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Kunstmerkmale bis 1945
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Gelehrtenfamilie-Königsberg
Literatur
zu Ernst Neumann
Der Pathologe
Der Hämatologe
II. Entzündungslehre
 
Als im 19. Jahrhundert in Europa der Aderlass noch weit verbreitet war, verfocht Neumann als einer der ersten Pathologen die These, dass die Entzündung primär einen Heilungsprozess zum Schutze des Organismus darstellt. Die Entzündung wurde unterteilt in einen entzündlichen Prozess, ausgehend von der „laesio continui“ oder Mikronekrose, und einem regeneratorischen Prozeß.  In der regeneratorischen Abheilungsphase  spielt die Bindegewebsbildung  eine überragende Rolle. Neumann gab den Fibroblasten ihren Namen und schilderte ihr Verhalten bei entzündlichen Prozessen. . Im Jahre 1896 prägte er die Bezeichnung „fibrinoide Degenration“, später auch „fibrinoide Nekrose“ für eine  Entzündungsreaktion an serösen Häuten im Unterschied zur „fibrinösen Exsudation“ (Neumann, 1896).
Abb. aus Neumann, E.:  Fibrinoide Degeneration und fibrinöse Exsudation
Gegenbemerkung zu Marchands Erwiderung. Virchows Archiv 146 (1896) S. 193 – 209.
 
III. Degeneration und Regeneration von Muskeln und Nerven.
 
Abb. Degeneration und Regeneration von Nerven nach Quetschung-Durchtrennung
 
 
Die nach Neumann bezeichneten Muskelknospen stellen eine Regenerationsform quergestreiften Muskelgewebes dar. Dabei spielt das regenerative Ausstülpen des Regenerationsepithels (Bindegewebe) eine entscheidende Rolle.
 
Hinsichtlich der Studien über Nervendegeneration und –Regeneration führte Neumann bereits Nerventransplantationen im Tierversuch durch. Dabei wertete er die Schwann´schen Zellen sehr hoch ein, indem sie an der Regeneration eines durchtrennten Nerven einen maßgeblichen Anteil haben (Schwann´sche Neuroblasten- oder Zellkettentheorie). Das „Neumann´sche Nervenentwicklungsgesetz“  beinhaltet die Beziehung der motorischen Nervenbahnen in zeitlicher Abhängigkeit zur Anlage des Hirns beim Embryo.
 
Abb.: Neumann, E.: Degeneration und Regeneration zerquetschter Nerven. Aarch. f. mikrosk. anat.  XVIII (1880) S. 302 - 347. Weiterer Aufsatz zum Thema: Neumann, E.: Einige Versuche über Nerventransplantationen, Arch. für Entwicklungsmechanik 6 H.4 (1898) S.326-236;  Neumann, E.: Berichtigung in Sachen der fibrinoiden Degeneration. Virchows Archiv 160 (1900) S. 173 - 178
 
 
IV Neumann´scher Tumor . Erstbeschreibung der Congenitalen Epulis ( Lit: Ein Fall von congenitaler Epulis. Archiv der Heilkunde  (Wagners Archiv der Heilkunde), XII (1871), S. 189—190
 
V. Sertoli Zellen. Zeitgleich zu Sertoli beschrieb Neumann 1868 die mancherorts bezeichneten Sertoli-Neumann- Zellen als wichtige Zellen innerhalb der Spermiogenese.
Lit.: Neumann, E.: Entwicklung der Samenfäden beim Frosch.
 
VI. Zahnheilkunde:
 
Die Neumann´schen Zahnscheiden sind eigenständige Wandungen der Zahnkanälchen, die besonders widerstandsfähig gegenüber chemischen Substanzen sind und in denen sich die Tome´schen Zahnfasern befinden. Die Zahnkaries stellt  einen aktiven Prozess des lebenden Zahns infolge eines äußeren Einflusses mit entzündlicher Schwellung der Zahnfasern dar unter Verbreiterung der Zahnscheiden und damit Verengung der Zahnkanälchen.


Abb. Neumann, E.: Beiträge zur Kenntnis des normalen Zahnbein- und Knochengewebes. Vogel Leipzig 1863 (Monographie)
History of stemm-cell
Zur Person

E.Neumann-Award
Zahnheilkunde
Neumann_E.R.
Autoren, die sich besonders mit dem Werk Ernst Neumanns auseinander gesetzt haben:
 
Askanazy, M.: Ernst Neumann. Zbl. f. Allg. Path. u. Path. Anat. 29 (1918) S. 409 -421  
 
Askanazy, M.: Ernst Neumann, Verh. dt. Path.Ges. 28 (1935) S. 363-372
 
Artur Pappenheim wollte E.Neumann zur Gründung der Berliner Hämatologischen Gesellschaft in Berlin integrieren (1908), da Neumann die "Sonderstellung der Hämatologie" begründet habe. Neumann lehnte es wohl aus Altersgründen und der weiten Reise  ab, nach Berlin zu reisen.
Pappenheim, A. : Einladung zu einem 1. Hämatologenkongress Berlin 1910. Folia haematologica, Bd. 9 (1910) 98- 99
 
Koch, R.: Untersuchungen über Bakterien VI. Beitr. Biol. Pflanz. 2 (1877) 399-434. Hinweis auf Erstveröffentlichung der Deckglasuntersuchungsmethode durch Koch in: Boroviczény, K.G.v.; Schippers,H; Seidler,E. : Einführung in die Geschichte der Hämatologie; G.Thieme Verlag Stuttgart 1974
 
G.Rosenow, USA, war wohl der erste nach dem 2.Weltkrieg, der sich anläßlich des 100.Jubiläums der Erstbeschreibung des Knochenmarks (1968) mit dem Werk Neumanns erneut auseinyander setzte.
Rosenow, G. : Ernst Neumann. His Significance in Todays Hematology. Karger Gazette Basel Nr. 15  (1967) 8
 
Kühböck, J.: Hundert Jahre funktionelle Morphologie des Knochenmarks: Zur Erinnerung an Ernst Neumann, Clio medica, Vol.4, (1969), S.121-125 (nach Vol.4: Pergamon Press, Printed in GB).
 
Es folgten Maxwell M. Wintrobe, Mehdi Tavassoli und Neumann-Redlin von Meding:
 
Wintrobe, M.: Hematology, the Blossoming of a Science; a Story of Inspiration and Effort. Lea & Febiger Philadelphia 1985
Tavassoli, M.: Bone Marrow: The Seebed of Blood, in: Wintrobe,M.M: Blood, pure and eloquent sh.5; Mc.Graw-Hill Book Company  1980  and:
 
Tavassoli, M., Yoffrey, J.M.: Bone Marrow. Structure and Funktion. Alan R.Liss. Inc. New York, 1983
 
Neumann-Redlin von Meding, E.: Der Pathologe Ernst Neumann und sein Beitrag zur Begründung der Hämatologie im 19.Jahrhundert. Demeter Verlag 1987
 
Als Folge letzterer Arbeiten ist die  Dissertation von Yvonne Klinger zu nennen über Ernst Neumann und seine umfassenden Erkenntnisse zur pluripotenen Stammzelle:
 
Klinger, Y. :
Über die Entdeckung der hämatopoetischen Funktion des Knochenmarks und das Postulat der Stammzelle. Von der Hypothese Ernst Neumanns zum experim. Beweis. Inaug.-Dissertation Bochum 1992
 
Es folgte eine Buchpublikation:

Herbert A. Neumann und Yvonne Klinger:
Knochenmark und Stammzelle. Der Kampf um die Grundlagen der Hämatologie. Ex libris Roche Bd.1 Blackwell Wissenschaftsverlag Berlin 1994
 
Neumanns Ansichten zur Blutzellstammbaum finden Sie als Abbildungen und Grafiken in:
 
Neumann-Redlin von Meding, E. : Die Beschreibung der funktionellen Morphologie des Knochenmarks am Pathologischen Institut in Königsberg und dessen Einfluß auf die Hämatologie des 19.Jahrhunderts, in: Jahrbuch der Albertus-Universität. Die Albertus-Universität zu Königsberg und ihre Professoren Hrg: D.Rauschning und D.v.Nerée Duncker und Humblot Berlin 1995.
 
In englischer Sprache verfaßt ist das Manuskript des Vortrages
:
Günter Brittinger: "Life and work of Ernst Neumann" zur Verleihung des ersten "Ernst Neumann Award" 1995 in Düsseldorf an Professor D. Medcalf, Australien siehe englischsprachige
Homepage über E.Neumann
www.ernst-neumann-koenigsberg.de
 
Im Jahre 2003 ist eine weitere Dissertation am Medizinhistorischen Institut in Hannover erschienen: Carsten Buzmann befaßte sich mit der Frage, inwieweit die Ansichten E. Neumanns zur Muskel- und Nervenregenation bzw.- Degeneration  heute noch von bedeutung sind: Literatur: Buzmann,C.:,Der Pathologe Ernst Neumann und seine Forschung auf dem Gebiet der Degeneration und Regeneration periferer Nerven nach Kontinuitätstrennung. Dissertation Medizinische Hochschule Hannover  August 2003. Askanazy, M.: Ernst Neumann; Zbl. f. Allg. Path. u. Path. Anatomie 29 (1918), S.409-421 und Verh. dt. Path. Ges. 28 (1935), S. 363-372
 
Weitere Veröffentlichungen zum Thema:
 
 
Dinser, Ricarda: Der Beitrag Arthur Pappenheims zur Hämatologie um die Jahrhundertwende.
Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizin einer Hohen Medizinischen Fakultät der Ruhr- Universität Bochum 2001. Diese Disseration und nachfolgende Arbeiten von Klinger und Herbert Neumann beleuchten nicht nur die Hämatologie  zur Zeit von A. Pappenheims Wirken an der Königsberger Universität, sondern die gesamtne Geschichte der Hämatologie inkl. Blutstammzelle, Blutzellreihen, Leukämie, Perniziöse Anämie u.v.a. vielfach in Bezug  zum bedeutendem Jahr 1868 (Knochenmark...)
Dissertation Dinser
 
Pappenheim, A. : Einladung zu einem 1. Hämatologenkongress 1910. Folia haematologica, Bd. 9 (1910) 98-99
 
Neumann-Redlin von Meding, E:  Ernst Chr. Neumann (1834-1918); Die Beschreibung der funktionellen Morphologie des Knochenmarks am Pathologischen Institut Königsberg und dessen Einfluß auf die Hämatolgie des 19.Jahrhunderts. in: Jahrbuch der Albertus Univ. Königsbg. Bd.29 (1994)425-437) Hrsg. Rauchning,D. et. al in: Die Albertus Universität zu Königsberg und ihre Professoren. Duncker u.Humblot Berlin  1995
 
Ramalho-Santor, Miquel, Willenbring, Holger: On the Origin of the Term Stem Cell. Cell Stem Cell 1, July 2007,p.37

Maehle, Andreas-Holger: Ambigous cells: The Ermergence of  the  Stem Cell  Concept in the Nineteenth and Twentieth  Centuries,  Notes Rec. R.Society doi: 10.1098/rsnr.2001.0023, Published online
Weblink:  
 
Zech, N.H., Shkumatov, A. Koestenbauer, S.: Die magic behind stem cells. Journal of Assisted Reproduction and Genetics Vo. 24, Nr. 6 (2007) 208 - 214  (Abstract: This review article summarizes historical development of stem cell research, presents current knowledge on the plasticity potential of both embryonic and adult stem cells and discusses on the future of stem cell based therapies.
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In einer Ausstellung 2005 der Staatlichen Galerie Kaliningrad war die Originalradierung von Heinrich Wolff zu sehen (Leihgabe des Archivs der Franz Neumann-Stiftung). In diesem hier abgebildeten Gebäude (Titelblatt des Katalogs zur Ausstellung), dem Kneiphof- Rathaus, befand sich das sog. Kant- und das Franz Neumann-Zimmer, vergl. Kunstmerkmale bis 1945
Wichtigste Literatur von Ernst Neumann:
 
Neumann, E.: Blut und Pigmente, Gesammelte Abhandlungen mit Zusätzen, Fischer,G. Jena 1917
 
Neumann, E.: Über die Bedeutung des Knochenmarks für die Blutbildung, Centralblatt für die Med. Wissensch. 44 (1868) 689
 
Neumann, E.:
Verhandlungen des "Vereins für Wissenschaftliche Heilkunde", Königsberg/ Pr. vom 13.10.1868, Berliner Klinische Wochenschrift Jg. 5 Nr. 49 (1868) p. 505 - 506: Erythrozyten im Blut stammen aus "lymphkörperartigen Markzellen" des roten Knochenmarks`
 
Neumann, E. Verhandlungen des "Vereins für Wissenschaftliche Heilkunde", Königsberg/ Pr. vom 20.12.1870, Berliner Klinische Wochenschrift Nr. 5 (1871) p. 58 -59: Embryonale Blutbildung in der Leber und Milz, postembryonale Blutbildung aus der "lymphoiden Markzelle" nur im Knochenmark

 
Neumann, E.: Über die Bedeutung des Knochenmarks f.d. Blutbildung,  Ein Beitrag zur Entwicklungsgesch. der Blutkörperchen,  Archiv f. Heilkunde  10 (1869) 68-102 (Wagners Archiv)
 
Neumann, E.: Ein Fall von Leukämie mit Erkrankung des Knochenmarks Anhang: Salkowski: Chemische Untersuchungen des leukämischen Markes (28.7.69), Archiv der Heilkunde (Wagners Archiv) Bd. XI, (1871)S. 1 - 15
 
Neumann, E.: Das Gesetz über die Verbreitung des gelben und roten Knochenmarks, Centralblatt für die Med. Wissenschaft. 18 (1882) 321-323
 
Neumann, E.: Hämatologische Studien I, Über die Blutbildung bei Fröschen, Arch.path.Anat.Phys.klin.Med. 143 (1896) 225-277
 
Neumann, E.: Hämatologische Studien II, Die Variabilität der Leukozyten zugleich ein Beitrag zur Entzündungslehre. Virchows Archiv  Bd. 174 (1903) S. 41 - 78
 
Neumann, E.: Hämatologische Studien III, Leukozyten und Leukämie, Virch. Arch. 207 (1912) 379-412
 
Neumann, E.: Fibrinoide Degeneration und fibrinöse Exsudation. Gegenbemerkung zu Marchands Erwiderung. Virchows Archiv 146 (1896) S. 193 – 209
 
Neumann, E.: Neuer Beitrag zur Kenntnis der embryonalen Leber, Arch.f.mikr. Anat 85,Abt.I(1914) 480-520
 
Neumann, E.: Einige Versuche über Nerventransplantationen, Arch. für Entwicklungsmechanik 6 H.4 (1898) S.326-336
Neumann, E. Jodreaktion der Knorpel- und Knochenzellen. Archiv für mikrosk. Anatomie XIV (1877 ) S.54-59 (auch Schultze´Archiv f. mikr. A. genannt)
Geschichte Hämatologie
Weitere Links zu Veröffentlichungen über Ernst Neumann:
 
Englischsprachige Homepage über Ernst Neumann, Königsberg
 
Bauer, A.: International Bibliographic Guide to the History of Pathology (IBGHP) see (http://www.uni- heidelberg.de/institute/fak5/igm/g47/bauerpa2.htm
 
 
Dissertation von Ricarda Dinser über
Artur Pappenheim
http://www.brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/DinserRicarda/diss.pdf
 
Associated synonyms:
 
 
Charcot-Neumann Crystals (Franz Ernst Christian Neumann)
Phosphat crystals observed in semen.
 
Neumann's cells (Franz Ernst Christian Neumann)
Nucleated, stained cells in the bone marrow in which red blood corpuscles originate.
 
Neumann's syndrome
(Franz Ernst Christian Neumann)
Muscle cell tumour in infants.